H-Kennzeichen Vorteile bei Steuer und Versicherung – lohnt es sich?
5 Rechenbeispiele zeigen wann das H-Kennzeichen wirklich spart – und für welche Fahrzeuge sich die Umrüstung nicht rechnet.
Das H-Kennzeichen gilt als automatischer Spargarant für Oldtimer-Besitzer - günstigere Steuer, günstigere Versicherung, freie Fahrt in Umweltzonen. Doch wie groß sind die Vorteile wirklich? Und wann lohnt sich die Umrüstung nicht? Fünf konkrete Rechenbeispiele zeigen die Wahrheit.
Die Vorteile im Überblick
1. Pauschale Kfz-Steuer
Mit H-Kennzeichen zahlen Sie pauschal 191,73 Euro pro Jahr - unabhängig von Hubraum, Emissionen oder Motorart. Für viele Oldtimer mit großem Hubraum und schlechter Abgasnorm ist das eine erhebliche Ersparnis gegenüber der normalen hubraum- und emissionsbasierten Besteuerung.
2. Günstigere Oldtimer-Versicherung
Versicherungen stufen Oldtimer-Fahrer als pfleglicher, seltener fahrend und aufmerksamer ein. Spezialisierte Oldtimer-Haftpflichttarife beginnen bei ab 39 Euro pro Jahr - normale Haftpflicht für ein gleichaltriges Fahrzeug kostet 150-400 Euro. Viele Anbieter setzen das H-Kennzeichen als Voraussetzung für den Oldtimertarif voraus.
3. Freie Fahrt in Umweltzonen
Fahrzeuge mit H-Kennzeichen dürfen alle Umweltzonen in Deutschland ohne Feinstaubplakette befahren - unabhängig von Baujahr und Emissionen. Kein Katalysator erforderlich.
4. Unbegrenzte Nutzung
Anders als das rote 07-Kennzeichen erlaubt das H-Kennzeichen die uneingeschränkte Nutzung - alltäglich, ganzjährig, auch im Ausland.
Oldtimer-Wertgutachten für Ihre Versicherung beauftragen
Ohne H-Kennzeichen wird die Kfz-Steuer nach Hubraum und Schadstoffklasse berechnet. Der Steuersatz gilt pro angefangene 100 ccm Hubraum:
Emissionsklasse
Steuersatz je 100 ccm
Kein Kat (nicht schadstoffarm)
25,36 €
Bedingt schadstoffarm (bed. SA)
21,07 €
Euro 1 (geregelter Kat)
15,13 €
Euro 2
7,36 €
Euro 3 und besser
6,75 €
Diesel ohne Kat
37,58 €
Mit H-Kennzeichen: pauschal 191,73 €/Jahr - Steuersatz und Hubraum spielen keine Rolle mehr.
5 Rechenbeispiele: Wann lohnt es sich?
Was viele vergessen: Die Rechenbeispiele zeigen die Steuer- und Versicherungsersparnis - aber nur wenn die Versicherung auch den tatsächlichen Fahrzeugwert absichert. Ohne Wertgutachten legt die Versicherung den Auszahlungsbetrag im Schadensfall selbst fest. Mit einem Einigungswert-Gutachten vereinbaren Sie einen festen Betrag vorab - unabhängig davon, was die Versicherung im Schadensfall für angemessen hält.
Beispiel 1 – Mercedes 500 SE (W126), 4.973 ccm, Benzin, kein Kat, Bj. 1985
Das §23 StVZO-Gutachten (TÜV/DEKRA), Zulassungsgebühren und neue Kennzeichen kosten zusammen 230-360 Euro einmalig. Diese Kosten sollten vor dem ersten Jahresvergleich einkalkuliert werden.
Die Versicherungsvoraussetzung
Günstige Oldtimertarife gibt es bei den meisten Anbietern nur, wenn das Fahrzeug nicht das einzige Fahrzeug im Haushalt ist. Wer seinen Oldtimer täglich als einziges Auto nutzt, zahlt normale Konditionen.
Das Wertgutachten für die Versicherung
Viele Oldtimer-Versicherungen verlangen neben dem §23-Gutachten für die Zulassung auch ein separates Wertgutachten als Grundlage für die Versicherungssumme. Das sind zwei verschiedene Dokumente von zwei verschiedenen Stellen:
§23 StVZO-Gutachten → TÜV, DEKRA oder GTÜ (für die Zulassung)
Wertgutachten → unabhängiger Kfz-Sachverständiger wie André Seyer (für die Versicherung)
Ohne Wertgutachten setzt die Versicherung im Totalschadensfall nur den Zeitwert an - der bei einem gepflegten Oldtimer deutlich unter dem tatsächlichen Marktwert liegen kann. Mehr zum Oldtimer-Wertgutachten →
Häufige Fragen
H-Kennzeichen Vorteile: Ihre Fragen beantwortet
Ja. Die 191,73 Euro sind eine gesetzliche Pauschale - Hubraum, Emissionsklasse und CO2-Ausstoß spielen keine Rolle mehr. Das macht das H-Kennzeichen besonders attraktiv für Fahrzeuge mit großem Hubraum und schlechter Abgasnorm.
Ja, uneingeschränkt. Das H-Kennzeichen erlaubt ganzjährige Nutzung ohne Einschränkung des Verwendungszwecks - Alltag, Urlaub, Ausland. Das unterscheidet es vom roten 07-Kennzeichen, das nur für Veranstaltungen und Probefahrten gilt.
Für die Zulassung nein - dafür brauchen Sie das §23 StVZO-Gutachten vom TÜV. Für die Versicherung und einen günstigen Oldtimertarif verlangen die meisten Versicherungen aber ein separates Wertgutachten von einem unabhängigen Sachverständigen.
Die Oldtimer-Pauschale für Motorräder beträgt 46,02 Euro pro Jahr. Sie lohnt sich bei Motorrädern mit mehr als 625 ccm Hubraum - darunter ist der normale Steuersatz (1,84 € je 25 ccm) günstiger.
Dann wird es nicht als Oldtimer anerkannt. Häufige Gründe: zu viele nicht-originale Umbauteile, mangelnder Pflegezustand oder sicherheitsrelevante Mängel. Ein Gespräch mit dem TÜV vor der Begutachtung kann helfen abzuschätzen, ob das Fahrzeug die Anforderungen erfüllt.
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TÜV-Rheinland-zertifizierter KFZ-Sachverständiger, Berlin & Brandenburg. Für Versicherung, Verkauf und Erbschaft – anerkannte Bewertung.
André Seyer – Ihr unabhängiger KFZ-Sachverständiger in Berlin
In Zusammenarbeit mit dem ADAC arbeite ich seit über 15 Jahren in der Schadensregulierung und helfe meinen Kunden bei der Abwicklung von Versicherungsfällen.
Mit meiner Erfahrung in der Automobil- und Freizeitbranche verfüge ich über ein tiefes Verständnis für Fahrzeuge – egal ob Motorrad, Sportwagen oder PKW.
Mein Ziel ist es, Ihnen eine umfassende und verlässliche Einschätzung zu bieten, die Ihnen dabei hilft, die richtigen Entscheidungen im Umgang mit Ihrem Fahrzeug zu treffen.
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